Catan - Review zur Brettspiel-Umsetzung für den Nintendo DS

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DS

Klaus Teubers Brettspiel Die Siedler von Catan ist seit 1995 ein Dauerbrenner: Mehrere Spielepreise, zahlreiche Erweiterungen für neue Varianten und sogar ein Roman belegen den Erfolg des Strategiespiels. Nachdem bereits eine Xbox Live-Version sowie einige PC-Spiele erhältlich sind, kommt Catan jetzt auch auf den Nintendo DS. Dieser Test zeigt Euch, ob das Siedeln auf dem Handheld Spaß macht.



Brettspiel-Klassiker für den Handheld

Die DS-Version Catan übernimmt das Spielprinzip des kultigen Brettspiels vollständig: Als Siedler auf einer neuen Insel müsst Ihr Rohstoffe sammeln (Lehm, Wolle, Holz, Erz und Getreide), aus denen Ihr wiederum Siedlungen, Städte und Straßen bauen könnt. Für jedes Gebäude gibt es Siegpunkte und wer als erster eine bestimmte Zahl von Siegpunkten erreicht hat, hat die Partie gewonnen.
Das allein wäre aber natürlich ein bisschen wenig, und so bietet Euch das Game im Zuge der Kampagne 16 Szenarios, die das Prinzip von Die Siedler von Catan und der Seefahrer-Erweiterung etwas variieren. Somit ist es in einigen Szenarios also auch möglich, Schiffe zu bauen und Gold zu schürfen.

Wer bis jetzt nur Bahnhof verstanden hat, weil er noch nie Die Siedler von Catan gespielt hat, der wird auch in das DS-Spiel keinen leichten Einstieg haben. Denn die Entwickler von Exozet Games sind offenbar ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass dem Spieler die Regeln des Brettspiels bekannt sind, und haben deshalb kein Tutorial integriert. Während es eigentlich grundsätzlich üblich ist, das erste Szenario einer Kampagne als Einführung in das Gameplay zu nutzen, wird man bei Catan ohne Umschweife ins Geschehen befördert. Wer dann ratlos ist, dem bleibt leider nur das Glossar, das zwar jeden Aspekt des Spiels erläutert – allerdings nur in Textform und eben in alphabetischer statt sinngemäßer Reihenfolge.

Ein bisschen Taktik, ein bisschen Glück

In den einzelnen Szenarios geht es schlussendlich immer darum, als erster genügend Siegpunkte zu bekommen, doch wer sich nur auf gemütliches Rohstoffe-Sammeln verlegt, hat schnell das Nachsehen. Stattdessen gilt es, seine Dörfer an taktisch sinnvollen Kreuzungen zu bauen, nach Möglichkeit Häfen für das günstigere Eintauschen von Rohstoffen zu besetzen und Extra-Siegpunkte für das Besiedeln von kleineren Inseln abseits des Festlandes zu ergattern.

Ein bisschen Glück gehört aber natürlich trotzdem dazu: Jedes Rohstoff-Feld ist mit einer Zahl versehen. Baut Ihr beispielsweise eine Siedlung an einem Getreide-Feld mit einer Fünf, bekommt Ihr jedes Mal ein Ährenbündel, wenn jemand eine Fünf würfelt. Deshalb ist es wichtig, seine Dörfer und Städte möglichst an solchen Feldern zu bauen, die mit statistisch häufig gewürfelten Zahlen versehen sind (z.B. Acht und Sechs).
Fies wird es, wenn eine Sieben fällt, denn die aktiviert den Räuber bzw. das Piratenschiff: Dann müssen zum einen alle Spieler, die mehr als sieben Rohstoffe auf der Hand haben, die Hälfte ihrer Ressourcen abgeben, und zum anderen kann der Spieler, der den Räuber gewürfelt hat, diesen auf ein beliebiges Feld versetzen, um dort die Rohstoffproduktion zu blockieren. Und zu allem Überfluss darf sich der Räuber auch noch einen Rohstoff von einem anderen Spieler klauen – was echt gemein wird, wenn sich sämtliche Computergegner fast immer nur beim (menschlichen) Spieler bedienen.

Gespielt wird jeweils gegen zwei bis drei Computergegner, die mit eigenen Avataren und Namen ausgestattet sind und um die sich mit kleinen Dialogszenen vor jedem Szenario eine Art Story spinnt. In ihrer Spielweise unterscheiden diese Charaktere sich jedoch nicht und auch eine Einstellungsmöglichkeit für den Schwierigkeitsgrad sucht man vergeblich. Lediglich im „Freien Spiel“, für das alle Szenarien der Kampagne nach erfolgreichem Absolvieren freigeschaltet werden, kann man einige Optionen wählen – z.B. die Verteilung der Rohstoff-Punkte und die statistische Verteilung der Würfel-Möglichkeiten.
Im Freien Spiel ist es übrigens auch möglich, gegen echte, menschliche Mitspieler anzutreten. Hierfür benötigt allerdings jeder Mitspieler ein eigenes Exemplar von Catan.


In puncto Grafik orientiert sich das DS-Game stark an der Brettspiel-Vorlage, so dass jeder erfahrene Catan-Spieler sich sofort auf der virtuellen Insel heimisch fühlen wird. Die musikalische Untermalung ist dabei angenehm unauffällig und beim Abbau von Rohstoffen ertönt jeweils der passende Sound: zum Beispiel wird hörbar Holz gehackt und bekommt man Wolle von seiner Schafweide, quäkt ein herzhaftes „Määäh“ aus dem DS-Lautsprecher.


Fazit

Insgesamt ist Catan für den Nintendo DS leider nicht so gelungen, wie man es sich als Siedler-Fan hätte wünschen können: Zu spartanisch wirken die Variations-Möglichkeiten und vor allem das fehlende Tutorial trägt dem Spiel dicke Minuspunkte ein. Insofern werden wahrscheinlich nur diejenigen damit glücklich werden, die bereits mit den Regeln vertraut sind oder die Geduld besitzen, sich alles über das Glossar anzulesen.
Dass Catan dennoch süchtig macht und einen immer wieder zum Handheld greifen lässt, ist in erster Linie der nach wie vor genialen Spielidee von Klaus Teuber zu verdanken: Auch wenn eine Brettspiel-Partie gegen echte Mitspieler sicherlich mehr Spaß macht, so bewirkt doch die 1:1-Umsetzung des Spielprinzips, dass eine kleine Runde auf dem DS durchaus unterhaltsam ist. Trotzdem: Mehr Variation im Gameplay, auch in der Gestaltung der Gegner, wäre nett gewesen – und ein i-Tüpfelchen hätte ein Online-Modus sein können. Denn für den Verkaufspreis von 39,90 Euro bieten andere DS-Spiele in Bezug auf Umfang und Gestaltung deutlich mehr.

Catan erscheint am 28. Mai.

Quelle: 
Vio; Bilder: Catan.de, Usm.de

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Kommentare

Bild von De Saarzocka

Hey Vio Catan gibt es aber

Hey Vio Catan gibt es aber auch für die PS1...das haben wir damals gezockt bis der Arzt kam. Ist eine richtig gute Umsetzung des Brettspiels und macht verdammt viel Spass...Retrobär verschenk

Bild von MacFracerEX

eiegentlich sind die Regeln

eiegentlich sind die Regeln ganz einfach...

ich fands immer lustig wenn man am anfang sein Startpunkte gewählt hat und später stellen sie sich als totale fehl entscheidung heraus^^

Bild von Judeau

Finde Videospielumsetzungen

Finde Videospielumsetzungen von Brettspielen generell zumeist nutzlos. Das große Flairplus vom Brettspielen ist ja gerade die Interaktion mit anderen, menschlichen Mitspielern. Ich würde niemals eine gemütliche Brettspielrunde durch den schnöden virtuellen Spieler ersetzen wollen.

Bild von Piepmatz

Schönes Review! :-) Ich hatte

Schönes Review! :-)
Ich hatte seit Weihnachten 1995 eigentlich immer ein Exemplar des Siedler-Brettspiels im Haus, und eine Zeit lang haben wir das wirklich jeden 2. Abend - den ganzen Abend - gespielt. Es ist immer noch mein absolutes Lieblings-Brettspiel. Schade, dass ich es jetzt schon seit einiger Zeit nicht mehr gespielt hab - wird mal wieder Zeit.
Wenn man das Spiel kennt, kann man dem Review besonders gut folgen ^^. --> Zockerbär

Spieleabende rulen!!!