

So, ich habe jetzt einige Stunden als Mafioso und rechte Hand des Paten Michael Corleone hinter mir. Hier ein kleines persönliches Fazit zu Der Pate 2, der aktuellen Versoftung des Romans von Mario Puzo. Gezockt hab ich das Game übrigens auf Sonys PlayStation 3.

Am Anfang des Games befindet man sich in Kuba, genauer gesagt in Havanna. Dort findet gerade, welch ein Zufall, der Putsch von Fidel Castro statt. Grafisch ist das sehr schön dargestellt und ein gewisser Witz ist auch vorhanden... ok, etwas derbe ist es schon. Die Flucht zum Flughafen, ich verrate nicht alles, hat es in sich, da man auf seine "Chefs" aufpassen muss. Kein Wunder, die Kubaner sind auf die Mafiosi nicht gut zu sprechen.
Hat man endlich das rettende Flugzeug erreicht, kommt der nächste Hammer: Dein direkter "Vorgesetzter" wird von einem Sniper erledigt. Für mich nicht allzu negativ, steigt man dadurch doch auf zum Don von New York. Das hat den Vorteil, dass nur noch Michael Corleone, der Pate, über einem steht. Nummer zwei, direkt am Anfang des Games, klingt nicht schlecht, dachte ich. Der Name des Charakters, den man spielt, ist Domenik (nein, er hat keine Ähnlichkeit mit Dom aus Fast & Furious).
Hat man diesen Teil endlich hinter sich gebracht, es war schon etwas nervig, fängt das Spiel eigentlich erst an.
Der Einflussbereich der Corleone-Familie hat sich verkleinert, der Einfluss von Michael ist stark geschrumpft. Deswegen soll man das rapide ändern. Es geht darum, wie sollte es anders sein, die Macht des Syndikats zu erweitern. Mit Verrat, natürlich, durch Auseinandersetzungen mit anderen Familien und, ich will es mal so sagen, illegalen Kartellen und nicht ganz gesetzeskonformen, hmmm, Bekanntschaften und Aufträgen vom CIA soll man nach Florida "expandieren" und natürlich Kuba zurückerobern.
Hört sich auf den ersten Blick alles gut an, auch, weil man alle Aufträge persönlich erledigen muss - aber welcher Don macht sich selbst die Hände dreckig, erledigt für Passanten irgendwas, geht als doch sehr mächtiger Verbrecherboss selbst auf Raubzüge oder bringt irgendsoein kleines Verbrecherlein um die Ecke?!!
Ok, alles muss man dann doch nicht selbst erledigen.
Hat man verschiedene Kartelle erobert, dazu zählen unter anderem Strip-Clubs, Porno-Studios, Werkstätten undsoweiter, gibt es Upgrades oder Boni wie gepanzerte Autos, kugelsichere Westen, neue oder günstigere Waffen und natürlich, darum geht's im Endeffekt, Einnahmen.
Auch stehen einem dann Wachen zur Verfügung, was ganz hilfreich ist, da die besiegten Gangster natürlich versuchen, ihre Geschäfte zurückzuerobern. Das kostet zwar etwas Kohle, aber das wird durch die Einnahmen gedeckt - meistens.
Im Tutorial, das die "New York Kampagne" ist, wird einem sehr schnell klar, worum es hauptsächlich geht: Man muss gegnerische Familien ausschalten, um seinen Einfluss zu erhöhen. Waffen raus und drauf, heißt die Devise. Die einzelnen Familien, genau wie die eigene, bestehen aus verschiedenen Typen. Es gibt ganz unten die "gemachten Männer", welche man unterwegs rekrutieren kann, dann gibt es die Capos, kleine Unterchefs, die die gemachten Männer anführen, einen Unterboss, deine rechte Hand, und natürlich Dich selbst, den Don. Verdiente Mitglieder deiner Familie können auch befördert werden. Nicht vergessen darf man an dieser Stelle den Consigliere. Freunden der Pate-Filme wird diese Figur nicht unbekannt sein. Wer das ist, verrate ich an dieser Stelle aber mal nicht!
Man hat als Famiele im besten Fall bis zu neun Mitglieder, was allerdings für ALLE gilt, aslo auch für deine Wiedersacher.
Hat man alle Geschäfte einer Familie erobert, folgt der Showdown auf dem Anwesen des gegnerischen Dons. Hat man alle Gegner erledigt, sprengt man zum Schluss die Villa und hat damit die Familie ausgeschaltet. Leider ähneln sich diese Sequenzen sehr, egal, welche Familie man wo ausschaltet. Mit dem Geld kann man sich und seinen Leuten verschiedenen Upgrades kaufen, womit man die Fähigkeiten seiner Leute verbessert. Es gibt zum Beispiel Ingenieure, die Strom- und Telefonleitungen lahmlegen, Sanitäter, Bombenexperten, Brandstifter und natürlich dürfen auch die klassischen Schläger nicht fehlen. Durch Beförderungen erhalten die "Soldaten" diese Spezialfähigkeiten und man braucht im Endeffekt alle Klassen, da sich einige Aufträge nur erledigen lassen, wenn ein solcher Spezialist vorhanden ist.
Das hört sich alles nicht schlecht an, ABER leider wird das gesamte Gameplay den doch sehr interessanten Ideen nicht gerecht. Es sieht im Endeffekt so aus, dass man immer das gleiche macht, egal ob in New York, Florida oder Kuba.
Man läuft von einem Laden zum anderen, ballert alles zusammen, "überredet" den Besitzer, sich Euch anzuschliessen. Auch die Kämpfe weisen Schwachpunkte auf. Die meisten Geschäfte sehen sich sehr ähnlich, die Gebäude sind extrem verwinkelt, man sucht stellenweise minutenlang den Ausgang und wenn man die erste Stunde gezockt hat, wird's, mit Verlaub, stinklangweilig.
Auch der Strategieteil, die sogenannte "Don-Karte", bringt nicht wirklich viel Abwechslung ins Geschehen. Man kann seine Männer zu unterschiedlichen Geschäften schicken, um seinen Einfluss zu festigen, oder sie zur Unterstützung unter Angriff stehender Geschäfte schicken - aber dieser "Strategieteil" hat nur eine untergeordnete Rolle im Spiel. Das meiste erledigt man selbst, ganz klassisch in Pate-Manier mit Tommygun... Corleone-Style eben.
Irgendwie erinnert mich das Teil an Grand Theft Auto. Man kapert, wie im Rockstar Game, Autos auf der Straße, fährt zu seinen Aufträgen, wobei WIRKLICHE Aufträge, die zur Story gehören, sehr rar gesät sind, aber wiederum nah an den Filmen angelegt sind (nur soviel, es geht unter anderem um die Zeugenaussage von Frank Pentangili vor dem Mafiaausschuss oder um Fredo Corleones Deal mit Hyman Roth).
Zum Schluss mein persönliches Fazit zu Der Pate 2:
Ein sehr eintöniges Gameplay und eine Grafik, die den Next-Gen-Konsolen nicht gerecht wird (sieht fast so aus als wär's ein PS2-Game). Bei mir wird das Teil wohl im Regal verstauben....
Kommentare
Danke für das Review, Bärchen
23. April 2009 - 21:47 — seelenstreckerDanke für das Review, Bärchen ist unterwegs. Ich habe vor kurzem den ersten Teil auf der PS2 begonnen, daher war ich gespannt auf Deine Einschätzung des Sequels.
Offenbar ist auch der zweite Pate nur eine müder GTA Abklatsch, der dazu noch technisch eher unterdurchschnittlich ist.
Das man Teile der Filmhandlung nachspielt, gefällt mir hingegen sehr gut. Zur zweiten Handlungsebene, welche im 2. Fim vorhanden ist (Werdegang von Vito Corleone) ist offenbar nichts im Spiel enthalten, das entnehme ich Deinem Review. Schade, denn das hätte dem Spiel zusätzliche Würze gegeben.
Ich warte also, bis das Spiel billig wird oder ich lasse es ganz aus.
Es wird wohl noch weitere Teile geben.
Ich kann dir voll und ganz
23. April 2009 - 21:57 — RoggenbachIch kann dir voll und ganz zustimmen.Hatte mir auch mehr versprochen.Ein Bärchen von mir, gibt es für dein informatives Review.
Also ich muss sagen die PC
24. April 2009 - 9:36 — Rene MüllerAlso ich muss sagen die PC Version sieht Grafisch auch nicht besser aus, nur eins ist mir aufgefallen das der schwierigkeitsgrad gegenüber dem ersten Teil nicht mehr so knackig ist was ich sehr gut finde.
Hab das Teil mitlerweile
25. April 2009 - 12:23 — De SaarzockaHab das Teil mitlerweile verscherbelt...
schade eigl. ich fand Teil 1
18. Mai 2009 - 19:43 — Sora22schade eigl. ich fand Teil 1 sehr gut.
Deswegen stimm ich auch nicht mit überein das es ein GTA abklatsch war/ist. Es ist sehr einfach zu behaupten jedes Open World Game ist ein GTA abklatsch, dabei war GTA nicht mal das erste.
GTA sollte NUR als BEISPIEL
19. Mai 2009 - 11:01 — De SaarzockaGTA sollte NUR als BEISPIEL dienen da das Game eines der bekanntesten des Genres ist...;-)