Die Retro-Börse 2011 in Bochum - Ein Erlebnisbericht in 16 Bit

Bild von Benni
RetroGeek-Stuff

Foto307_0.jpgEin strahlend blauer Himmel und eine Sonne, die an einem wunderschönen Tag im Mai auf die Erde scheint. Für viele ein Grund, sich aus ihrem Haus zu bewegen, um ein Eis essen zu gehen, ein Picknick zu machen oder anderen Tätigkeiten nachzugehen, die sich für dieses Wetter so perfekt eignen. Was kann es dann eigentlich noch schöneres geben? Hunderte von Menschen werden mit Sicherheit eine andere Antwort geben, denn sie zog es weder an einen Schwimmort, noch in einen Park, sondern in das Jugendzentrum Falkenheim in Bochum - zur Retro-Börse 2011.

Denn zum siebten Mal präsentierten hier wieder Händler und Aussteller wahre Videospielgeschichte auf der Retro-Börse in Form von Spielen, Konsolen, Arcade-Automaten und diversen anderen Gegenständen, die bei leidenschaftlichen Zocker für Freude und Begeisterung sorgten.
Im Alleingang verließ ich meinen geliebten Schwarzwald und unternahm die Reise gen Nordwesten ein weiteres Mal, um dem Alltag zu entfliehen und mit Gleichgesinnten die Pracht und Vielfalt der Börse zu bewundern, die von Menschen aus den verschiedensten Nationen dargeboten wurde.

Buchals Liste

Es war exakt 10:40 Uhr als ich am Jugendzentrum ankam und eine beachtliche Menschenmenge vor mir sah, die darauf nur wartete, dass sich endlich die Pforten öffneten. Und mit jeder verstrichenen Minute vergrößerte sich diese Menge bis schließlich der Startschuss für die 7. Retro-Börse gegeben wurde. Für fünf Stunden verwandelte sich das Falkenheim wieder in einen Marktplatz für Videospieler. Auch ich hatte eine nicht wirklich kurze Liste an Spielen, die ich hauptsächliche für meinen Nintendo und Super Nintendo kaufen wollte. Mein erster Rundgang zeigte schnell, dass so ziemliche alle Aussteller von der letzten Börse auch wieder anwesend waren. Zu meiner Freude auch an denselben Plätzen, denn so konnte ich schon einmal kategorisch ausschließen, wo ich kaufen wollte und wo nicht. Dennoch wurde ich schon nach wenigen Minuten fündig und der PS2-Klassiker Shadow of the Colossus fand als erste Errungenschaft den Weg in meinen noch leeren Rucksack.

Das Herz schlug höher, die Freude war groß und die Augen waren meist größer als der Geldbeutel, aber trotz dieser Euphorie konnte man die unerträgliche Hitze im unteren Bereich der Börse nicht ignorieren. Auf der ersten Etage waren sämtliche Fenster durchgehend geöffnet, doch diesen Luxus hatte man leider nicht im Untergeschoss. Aus diesem Grund hielt ich mich die erste Zeit nur in den etwas kühleren Räumen auf. Nicht nur der Temperatur wegen, sondern auch um weit entfernte Freunde wieder zu treffen. Denn die Einheimischen Yasemin und Stefan Bösing nutzten ihre freie Zeit aus, um RETURN-Herausgeber Frank Erstling beim Aufbau seines Standes und während der Börse mit ihrem Fachwissen zu helfen. Was jedoch nicht bedeutete, dass sie ihre Leidenschaft hinten anstellen mussten, denn auch die beiden haben wieder kräftig eingekauft. Was ich stolzerweise auch von mir behaupten kann. Denn innerhalb einer Stunde konnte ich einige Einträge meiner Liste streichen und dabei zusehen, wie sich mein Geld zwischen den Händlern verteilte.

Um den Wahnsinn der Börse für einige Minuten zu entkommen, begab ich mich durch die Caféteria zum Außenbereich, welcher mit Stühlen und Tischen versehen wurde, um auf der Weise kurz zu verschnaufen. Diese Gelegenheit nutzte ich auch, um meine Anschaffungen zu begutachten und um kurzen Smalltalk mit Zockerhausener Piepmatz zu halten.
Das Augenmerk der Börse lag natürlich wieder auf den Videospielen, die man für jede erdenkliche Konsole kaufen konnte, aber auch vor Ort konnten die Besucher nicht nur ihre Sammler-, sondern auch ihre Zockleidenschaft an Arcade-Automaten voll ausleben. Denn ein Stand in der unteren Sektion des Gebäudes stellte solch einen Automaten aus, an dem zwei Spieler gleichzeitig diverse Videospiele zocken konnten. Unter den Spielen, die ich gespielt habe, war der Beat 'em Up-Titel Final Fight und zu meiner Begeisterung auch der Shoot'em Up-Klassiker U.N. Squadron dabei. Selbstverständlich im Koop-Modus!

Stecken wir ihn in den Dschungel!

Wer wurde 1982 geboren, erschien als erstes für den Atari 2600 und hat insgesamt 20 Minuten Zeit, um 32 Schätze zu finden? Die Antwort war selbst für einen Jungspund für mich einfach zu beantworten, da eine beeindruckende Holzkonstruktion am Eingang des Zentrums, den Abenteurer Pitfall Harry mitten in seinem Element zeigte. In einem gesonderten Raum konnten die Besucher nicht nur sämtliche Portierungen und Nachfolger des Atari-Spiels in einer Vitrine begutachten, sondern auch an einigen selber Hand anlegen. Das Original Pitfall! gehörte natürlich auch dazu. Eine nette Idee war auch, dass alle Anwesenden nach der Bezahlung des Eintritts, einen Stempel mit Pitfall Harry auf die Hand bekamen.

Die Zeit flog nur so dahin und ein Blick auf die Uhr zeigte, dass mir nicht mehr viel Zeit blieb. Zeit, um Informationen rund um die Börse herauszufinden. Ansprechpartner war dabei niemand geringeres als Jens Klöpfel, seines Zeichens Veranstalter der Retro-Börse. Doch scheinbar war ich in dieser Hinsicht nicht der einzige der Fragen hatte, denn ein gewisser Sascha Göddenhoff, der als freier Journalist für das Retro Magazin einen Artikel schreibt, bewaffnete sich auch mit Stift und Papier. Sprich, wir haben den guten Jens ins Kreuzfeuer genommen. Viele Fragen und Diskussionen später, war es letztendlich doch für mich Zeit, mein Gepäck zu schultern und die Heimreise langsam anzutreten. Nicht ohne vorher noch schnell einen Becher der Retro-Börse zu erwerben, damit ich die Erinnerungen, nicht nur in Form eines Artikels, sondern auch immer in greifbarer Nähe habe.

There and back again

Die Retro-Börse kann man meiner Meinung nach schon fast keine Börse mehr nennen, denn durch diese schier unglaubliche Menschenmenge und der Vielfalt an Produkten aus der Welt der Videospiele, die hier angeboten wurde, kam das Ganze schon eher einem kleinem Event nahe. Grund genug für mich die Reise ins Ruhrgebiet auch in Zukunft öfters zu machen, wenn sich Bochum für einige Stunden wieder zur Pilgerstätte für begeisterte Retro-Zocker verwandelt. Oder ist es auch für Zocker ohne Vorliebe für Retrospiele ein lohnender Besuch? Was ist eigentlich Retro im Bezug auf Videospiele?
Ich habe mich während meinem Besuch auf die Suche nach einer Antwort begeben, die etwas Licht ins Dunkle bringen soll und dabei einige interessante Meinungen und Ansichten erhalten. Dieses Thema wird von mir jedoch separat behandelt und in Kombination mit Details über die Retro-Börse und ihrer Entstehung, einen eigenen Artikel bekommen. Dieser wird in den nächsten Tagen folgen. Ich habe zwar eine Menge Geld in Bochum gelassen, aber auch eine Menge im Gegenzug erhalten. Und das beschränkt sich nicht nur auf meine gekauften Videospiele.

Quelle: 
Zabucracker

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Kommentare

Bild von Donna Darko

Nice!! :D

Nice!! :D

Bild von Synthex

Ein toller Artikel :)

Ein toller Artikel :)

Bild von spiderleg

Das klingt alles sehr

Das klingt alles sehr interessant, hätte mir als retro/arcade Fan bestimmt auch gefallen, aber sooooo weit weg...

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spiderleg wrote:Das klingt

spiderleg wrote:
Das klingt alles sehr interessant, hätte mir als retro/arcade Fan bestimmt auch gefallen, aber sooooo weit weg...

Meine Rückfahrt hat 8 Stunden gedauert. Dein Argument ist somit unwirksam! :D

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Zabucracker wrote: Meine

Zabucracker wrote:

Meine Rückfahrt hat 8 Stunden gedauert. Dein Argument ist somit unwirksam! :D

Naja wenn es nur 7,5 Stunden gewesen wären - ok, aber bei 8 Stunden hört der Spaß auf ;)

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spiderleg wrote:Naja wenn es

spiderleg wrote:
Naja wenn es nur 7,5 Stunden gewesen wären - ok, aber bei 8 Stunden hört der Spaß auf ;)

So ein Mist aber auch! :D

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Uuuh, 8 Stunden für eine

Uuuh, 8 Stunden für eine Spielebörse? Sie, Sir, haben meinen größten Respekt verdient! *salutier*

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Synthex wrote:Uuuh, 8 Stunden

Synthex wrote:
Uuuh, 8 Stunden für eine Spielebörse? Sie, Sir, haben meinen größten Respekt verdient! *salutier*

Naja, eigentlich hätte die Fahrt nur 4 Stunden gedauert, aber die Bahn hatte da wohl was dagegen... A-löcher.