Test: I Am Bread - Ein Brot folgt seiner Bestimmung

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User-NewsPC

Stell Dir vor, Du bist ein Toast. Klingt beknackt? Ist es auch - und trotzdem geht es genau darum in dem ungewöhnlichen Spiel I Am Bread. Wer also dachte, dass im Genre der Simulatoren mit dem Goat Simulator die Spitze der Skurrilität erreicht sei, ist wohl auf die Marmeladenseite gefallen. Zockerhausen-User Maxwell hat gut gefrühstückt und I Am Bread getestet.


I Am Bread - Test des Early-Access-Titels auf Steam

Ich zerbreche das Glas, um mich in der auslaufenden Marmelade zu wälzen. Nachdem mein Körper mit fruchtigem Aufstrich bedeckt ist, bahne ich mir meinen Weg zur Heizung. Ich nehme dafür das Skateboard. Als ich den Heizkörper erreicht habe, erklimme ich ihn. Ich lege mich auf ihn. Ich stehe kurz davor, meine nächste Daseins-Stufe zu erreichen. Ich bin Brot. Ich werde Toast sein – goldbrauner, wohlschmeckender Toast.

Was zunächst wie eine Situationsbeschreibung aus Domians nächtlichem Telefon-Talk anmutet, ist in Wahrheit die Schilderung einer typischen Spieleszene aus I Am Bread. Diese vielversprechende „Brotsimulation“ stammt aus dem Hause Bossa Studios. Wer sich an den Surgeon Simulator der britischen Spieleschmiede erinnert, wird bereits ahnen, wohin die Reise geht: Wie schon bei der chirurgischen Ärztepfusch-Simulation handelt es sich bei I Am Bread um ein Geschicklichkeitsspiel mit irrwitzigen Einfällen in einem absurden Setting.

Ort des Geschehens ist das Haus von Mr. Murton. Mr. Murton hat es nicht leicht. Denn er ist sich sicher, vom örtlichen Gemeinderat verfolgt zu werden. Um seine Stresssymptome zu bewältigen, sucht er regelmäßig einen Psychiater auf. Wenn er das Haus verlässt, erwacht eine Scheibe Brot zum Leben. Und dieses Stück Brot hat nur einen Wunsch, der es antreibt: Es will getoastet werden.

Jedes Level beginnt auf dem Schneidebrett und endet auf einer Heizquelle. Dies können verschiedene Haushaltsgeräte sein, wie ein Fön, der Herd oder das Bügeleisen. Einen Toaster gibt es lediglich in der Küche. Um sein Stück Brot durch die einzelnen Räume zu bewegen, nutzt man vier Tasten, die den jeweiligen Ecken der Brotscheibe zugeordnet sind. So kann man an Möbelstücken hinaufklettern, sich an ihnen entlanghangeln oder auch einen Sprung über größere Distanzen wagen. Dabei sollte man es tunlichst vermeiden, auf unappetitlichen Arealen zu landen, wie z.B. dem Fußboden, Spülwasser oder Ameisen - dies alles führt in der Endbewertung zu Abzügen in der Essbarkeitswertung.

Wo, bitte, geht's zur nächsten Heizquelle?

Im Gegenzug kann man den Geschmackswert des Brotes steigern, indem man sich z.B. mit Marmelade oder Butter bestreicht. Der Weg zur nächsten Heizquelle gestaltet sich nicht einfach, denn die Physik des Spiels kann einem schnell ein Bein stellen. Wackelnde Stühle, zerspringende Teller, sich öffnende Kühlschranktüren – wenn man es nicht schafft, seine Scheibe Brot rechtzeitig auf sicheres Terrain zu manövrieren, landet man schneller auf dem Boden als einem lieb ist. Die vornehmliche Herausforderung liegt dabei im Meistern der Tastenkombinationen, um das Brot mit jeder Ecke seines "Körpers" dem Ziel näher zu bringen. Die Steuerung wird dabei schnell zur Fingerübung, zumal das Festhalten an Möbelstücken unter Zeitdruck erfolgt. Ein Controller ist daher empfehlenswert.

 


Die Routen durch die Level sind frei wählbar, was den Wiederspielwert steigert. Zudem übt das Chaos, das man in der Wohnung verursacht, nochmal einen besonderen Reiz aus. Das steigert nach seiner Heimkehr zwar nicht Mr. Murtons gesundheitliches Befinden - aber um das war es ja ohnehin nicht gut gestellt.

Fazit

I Am Bread gibt es seit dem 3. Dezember 2014 als Early-Access-Version auf Steam. Bisher sind nur vier Level entwickelt, was den veranschlagten Preis von rund 10 Euro etwas hoch erscheinen lässt. Zudem gibt es noch einige technische Mängel, die den Spielspaß leicht trüben. Doch man kann gespannt sein, wie sich dieser Vertreter einer offensichtlich zu Unrecht vernachlässigten Spielegattung entwickeln wird. Wer weiß. Wohlmöglich werden noch viele weitere Lebensmittel sich ihren Weg in unsere Spielerherzen bahnen.

Quelle: 
Steam

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Kommentare

Super erzählt. Vielen Dank

Super erzählt. Vielen Dank für den schönen Einblick in das Spiel. =)

Bild von iCarly

Das Spiel klingt zuerst schon

Das Spiel klingt zuerst schon recht lustig, aber ob es dann nicht auch zu sehr frustet, wenn man immerzu auf dem Boden oder im Katzenklo landet. ^^'

Ich habs bis jetzt auch nur in verschiedenen Let's Plays gesehen. ^^