
Der nächste Teil der Medal of Honor-Serie, der auch nur diesen schlichten Titel trägt und in Deutschland am 14. Oktober erscheint, wird nicht auf amerikanischem Armee-Gelände verkauft werden. Grund: Im Spiel kann man auch in die Rolle von Taliban-Kämpfern schlüpfen.
Sicherlich: Bei aller Freiheit, die für Videospiele als Kunstform gelten sollte, ist es durchaus fragwürdig, ob man ein Unterhaltungsprodukt herstellen sollte, das einen aktuellen Krieg behandelt, in dem ganz real fast täglich Menschen sterben.
Electronic Arts jedenfalls findet das eine gute Idee - vielleicht auch, weil man die weltweit vorprogrammierte Entrüstungswelle als Publicity ansieht. Immerhin hat Call of Duty: Modern Warfare 2 im vergangenen Jahr mit der umstrittenden Flughafen-Szene vorgemacht, wie man mit Negativ-Schlagzeilen den Verkauf fördern kann.
Klar ist, spätestens zum Release wird in Deutschland erneut eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Ego-Shootern losgetreten - die aufgrund der prekären Thematik von Medal of Honor vielleicht ja sogar mal nicht ganz so falsch wäre.
Und wie die islamische Welt auf Medal of Honor reagieren wird, in dem man natürlich in der Hauptsache gegen Taliban-Milizen kämpft, wird sich noch zeigen.
Wie dem auch sei - dass ausgerechnet die US-Armee als erstes viel Wirbel um den Ego-Shooter macht, hat wohl kaum einer erwartet. Nun aber erklärte die Militärführung, dass die 40 Gamestop-Filialen, die sich auf Armee-Gelände befinden, das Spiel nicht zum Verkauf anbieten dürfen. So heißt es in einer Erklärung der Handelskette:
"GameStop hat zugestimt, sämtliches Werbematerial bis zum Nachmittag zu entfernen und keine Reservierungen mehr anzunehmen. Kunden, die unsere Läden auf US-Army-Gelände betreten und Medal of Honor reservieren wollen, können und sollten zur nächsten GameStop-Filiale außerhalb der Basis verwiesen werden."
"GameStop unterstützt vollständig die Army and Air Force Exchange Services in diesem Vorhaben und geht sensibel mit der Tatsache um, dass im Mehrspieler-Modus ein Team die Rolle der Taliban-Kämpfer annimmt."
Bezeichnend ist derweil die Tatsache, dass das amerikanische Militär sich offensichtlich nicht an der Thematisierung des Afghanistan-Krieges generell, sondern nur an der Spielbarkeit der Taliban stößt.
Kommentare
Gedanken der US-Armee bzw.
10. September 2010 - 20:07 — Nemesis7840Gedanken der US-Armee bzw. Ammis im Allgemeinen:
Eyh voll geil das Spiel mit ballern und so gegen Taliban und sieht echt voll hart realistisch aus aber das man auch Taliban spielen und US-Soldaten töten kann ist echt voll scheiße so wird das nicht mehr verkauft.
Es macht schon nen
11. September 2010 - 1:05 — HeroEs macht schon nen Unterschied ob man nen naiven Amy oder nen dummen fundamentalistischen Taliban spielt!
Verstehe die Army gut! Taliban sucks!
Beide Fraktionen
11. September 2010 - 5:41 — DragonBeide Fraktionen terrorisieren die Welt mit ihrer Kriegsführung, die American Army marschiert unter dem Vorwand den Terrorismus zu bekämpfen in ein Land ein und fordert dann durch ihren Einfluss zum mitmachen auf. Die Taliban hingegen beeinflussen durch Drohungen und Attentate. Es würde also keinen Unterschied machen, welche Fraktion man spielt, es sind beide GANZ schlechte Vorbilder...
Ich denke mal, dass man die
11. September 2010 - 15:30 — MoeIch denke mal, dass man die Taliban im Multiplayer spielen kann/muss, eben als Gegner der Amis. Oder gibt es auch im Singleplayer einen Abschnitt wo man als Taliban spielt?
Also wenn es nur im Multi ist, versteh ich die Aufregung nicht wirklich, denn auch in Modern Warfare spielt man doch im Multi als "Terrorist" gegen die Amis.
Gut, die heißen da nicht Taliban, aber im Endeffekt ist es doch fast das gleiche.
jaaaaaaaaa die amis
11. September 2010 - 20:14 — soadhuskyjaaaaaaaaa die amis wieder
die retten ja immer die welt
von aliens, meteoren, terroristen, sonst was, aber als taliban weigern die sich zu spielen
das beste ist aber "auf amerikanischem Armee-Gelände", kann man da sonst spiele kaufen?, was ist den das für army?
soadhusky wrote:das beste ist
11. September 2010 - 22:19 — StephanDir ist schon klar, dass Soldaten auch Menschen sind die in ihrer Freizeit "normale" Dinge machen? -.-
Es ist nun echt nichts neues das (auch deutsche) Soldaten Computer spielen. Ich erinnere mich an einen Spiegel Artikel in dem sich ein deutscher Offizier geärgert hat, dass er kein Internet für CS in Afghanistan hat und sie deswegen nur lokal zocken können.
Also meiner Meinung nach ist
12. September 2010 - 1:29 — knaubiAlso meiner Meinung nach ist das Spiel eher darauf gezielt, zu zeigen, was da drüben überhaupt los ist, was auch die hohe Realitätstreue durch Zusammenarbeit mit tier1 und anderen rechtfertigen würde.
Von meiner Seite Daumen hoch für das kritisierende Game, obwohl ich nicht den Weg zum Taliban-Teil nachfolziehen kann.
Stephan wrote:Ich erinnere
12. September 2010 - 15:54 — calacalaDie armen xD
Eine lächerliche Nation
13. September 2010 - 22:44 — gigaplayzonereaderEine lächerliche Nation dieses Amerika.
Kämpfen gegen Kriminelle, dessen Mittel sie strikt verurteilen (zurecht verurteilen), mit den gleichen Mitteln mit denen die Kriminellen arbeiten.
Ich finde es auch nicht so toll das Medal of Honor ein solch aktuelles Thema anspricht. Allerdings sollte man beachten das mit Medien schon immer Kritik an aktuellen Geschehnissen geübt wurde. Sehr amüsant finde ich es aber das diese Patrioten den Verkauf auf den Militär Geländen ja nur untersagen weil man ein Taliban spielen kann, ich finde sowas einfach nur lächerlich.