Test zu Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin - Eine Liebeserklärung

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Was passiert, wenn ein japanischer Rollenspiel-Entwickler mit einem der renommiertesten Anime-Studios eine Kooperation für ein Videospiel eingeht? Zumindest im Fall von Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin ergibt das eines der schönsten und charmantesten RPGs der letzten Jahre. Lasst Euch in diesem Test verzaubern!

Spieltitel: Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin
System: PS3
getestet auf: PS3
Genre: RPG
Entwickler: Level-5 
Publisher: Namco Bandai
Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Preis: ca. 50 Euro

Level 5 + Studio Ghibli = Magie

Mit dem Entwicklerstudio Level-5 auf der einen und der Anime-Schmiede Studio Ghibli auf der anderen, stehen zwei der bekanntesten, beliebtesten und vermutlich auch besten Vertreter der japanischen Unterhaltungsindustrie hinter Ni no Kuni.

Level-5 dürfte Spielern hierzulande am ehesten durch die Dark Cloud-Reihe, Rogue Galaxy oder Dragon Quest VIII auf der PlayStation 2, sowie durch die Inazuma Eleven-Serie und die Professor Layton-Spiele auf Nintendo DS und 3DS, ein Begriff sein. Diese zeichnen sich allesamt durch hervorragendes Gameplay, charmantes Design und einen hohen Suchtfaktor aus.

Das Studio Ghibli ist in unseren Gefilden mit den Filmen "Chihiros Reise ins Zauberland" und "Das wandelnde Schloss" des Regisseurs Hayao Miyazaki bekannt geworden. Zu den weiteren Werken des 1985 gegründeten Studios zählen unter anderem "Das Schloss im Himmel", "Mein Nachbar Totoro" und "Prinzessin Monoke". Bezeichnend für Filme des Studio Ghibli ist, neben der bis heute anhaltenden Fokussierung auf handgezeichnete Animationen, die Vielfalt an Ideen und Themen, die jeden Film zu einem wahren Erlebnis für Jung und Alt machen. Desweiteren ist "Chihiros Reise ins Zauberland" bis heute der einzige Anime, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Ursprünglich für den Nintendo DS geplant und für diesen Handheld 2010 nur in Japan veröffentlicht, schaffte es nun auch die erweiterte PS3-exklusive Fassung von Ni no Kuni in den Westen.
Bei einer Kooperation zwei solcher herausragender Studios sollte es schon mit dem Teufel zugehen, wenn dort etwas schief ginge...

Von einem Jungen, der auszog, ein Abenteuer zu erleben

Im Zentrum der Handlung des Spiels steht Oliver, ein 13-jähriger Junge. Oliver wohnt zusammen mit seiner Mutter in dem beschaulichen Städtchen Motorville. Zusammen mit seinem Freund Philipp bastelt Olli an einem kleinen Auto, sehr zum Unmut seiner Mutter. Bei der Jungfernfahrt des Gefährts passiert das Unvermeidliche, Olli baut einen Unfall und stürzt in einen Fluss. Zwar kann Oliver von seiner Mutter gerettet werden, doch erleidet diese daraufhin eine Herzattacke und erliegt dieser im Krankenhaus.

Von Trauer übermannt, zieht sich Oliver immer weiter zurück, bis eine Puppe, ein Geschenk seiner Mutter, plötzlich zum Leben erwacht und sich ihm als Tröpfchen, Großfürst der Feen, vorstellt. Tröpfchen erzählt Olli von seiner eigenen Welt (im Japanischen die titelgebende Ni no Kuni), in der jede Person aus Olivers Welt einen Seelenverwandten hat. Die Seelenverwandte von Ollis Mutter ist die Große Weise Alice, welche jedoch vom Dunklen Dschinn Shadar besiegt und in eine Seelenfalle verbannt wurde. Sollte es Olli gelingen, Shadar zu besiegen und Alice zu befreien, dann besteht die Möglichkeit, seine Mutter wieder zurück ins Leben zu holen.
Mit diesem Ziel fest vor Augen begibt sich Oliver zusammen mit Tröpfchen in jene andere Welt, eine Welt voller Wunder, Gefahren, Abenteuer...

Ein bisschen Pokémon, ein wenig Xenoblade...

Kaum in der neuen Welt angekommen, dürft Ihr Euch mit dem Kampfsystem von Ni no Kuni vertraut machen. Ähnlich wie in Xenoblade Chronicles habt Ihr verschiedene Aktionen zur Auswahl. Wollt Ihr Euren Gegner direkt angreifen oder wollt Ihr Magie oder ein Item nutzen? Je nach gewählter Aktion müsst Ihr Euch für ein Ziel entscheiden, die Aktion wird dann automatisch ausgeführt. Während Magie vorbereitet werden muss und eine entsprechende Aufladezeit benötigt, gilt der Angriffs- oder Verteidigungsbefehl nur eine gewisse Zeit. Ihr bekommt dann eine Uhr eingeblendet, die euch anzeigt, wie lange Ihr noch in Angriffs- oder Verteidigungsposition seid. Sollte ein Gegner in der Zwischenzeit zum Gegenschlag ausholen, könnt Ihr Eure Aktion unterbrechen und entsprechend reagieren. Jede Aktion hat außerdem nach ihrem Einsatz eine "Cool-Down"-Phase. Ihr könnt Euren Gegner also nicht endlos mit Magie bombardieren, sondern müsst Eure Angriffe variieren.

Als Besonderheit kommen nach einiger Spielzeit noch die Vertrauten hinzu, quasi die Pokémon des Ni no Kuni-Universums. Grundsätzlich gelten für Vertraute die gleichen Regeln wie für menschliche Figuren. Allerdings können Vertraute keine Items einsetzen und ihre magischen Fähigkeiten sind, abhängig vom Level, in ihrer Anzahl beschränkt. Außerdem können Eure Vertrauten nur eine gewisse Zeit im Kampf bleiben. Ein Timer zeigt Euch auch hier die verbleibende Zeit an. Zusätzlich ist jeder Vertraute, genau wie jeder Gegner, mal anfälliger, mal resistenter für gewisse Elemente. Ihr solltet Eure Angriffe und den Einsatz Eurer Vertrauten also dementsprechend anpassen. Blind drauflos kloppen führt einen in den meisten Fällen eher selten ans Ziel.

Eure Gegner sind jederzeit auf der großen Weltkarte sichtbar. Erspähen sie Euch, so erscheint ein Ausrufezeichen über ihrem Kopf und sie stürmen auf Euch zu oder, wenn Ihr ein gewisses Level erreicht habt, flüchten sogar vor Euch. Für besiegte Gegner erhaltet Ihr rollenspieltypisch Gulden, die Währung des Spiels, sowie Erfahrungspunkte und gelegentlich Items. Sehr löblich ist, dass jeder Eurer Vertrauten, sowie Eure späteren Partymitglieder und deren Vertraute, die gleiche Anzahl an Erfahrungspunkte bekommen. Das macht es deutlich einfacher, schwache Vertraute zu trainieren, womit wir schon beim nächsten Punkt wären:

Ohne Evolution geht nix

Ab einem bestimmten Punkt im Spiel habt Ihr die Möglichkeit, im Kampf besiegte Monster zu Euren Vertrauten zu machen. Ihr, sowie jedes Eurer Partymitglieder, kann bis zu drei Vertraute mit sich führen, darüber hinaus könnt Ihr noch drei weitere Vertraute als Reserve mitnehmen. Diese können jederzeit getauscht werden, erhalten jedoch nach einem Kampf keine Erfahrungspunkte. Wenn Eure Reservebank voll ist, werden weitere Vertraute in das sogenannte Schlupfloch gebracht, quasi das Äquivalent zur Pokémon-Box. Bis zu 400 Vertraute könnt Ihr dort lassen und in den Städten austauschen.

Nicht nur Kämpfe und daraus resultierende Erfahrungspunkte machen Eure Vertraute stärker. Ihr könnt ihnen außerdem noch Leckerlis geben, zum Beispiel Schokolade, Pudding oder Kuchen. Zum Einen werden dadurch Attribute wie Angriff, Verteidigung oder Flinkheit erhöht, zum Anderen gewinnt Ihr so auch das Vertrauen eures Vertrauten - daher der Name. Die Leckerlis könnt Ihr in Städten kaufen, von besiegten Gegnern erhalten oder auch per Alchemie herstellen.
Haben Eure Vertraute ein gewisses Level erreicht, könnt Ihr ihre Evolution auslösen. Dafür benötigt Ihr Evolutionstropfen. Durch die Evolution verändert sich nicht nur das Aussehen Eurer Vertrauten, sie werden natürlich auch stärker. Allerdings fällt ihr Level wieder auf Eins zurück, weshalb Ihr genau überlegen solltet, wann Ihr die Evolution auslöst. Insgesamt kann jeder Vertraute zwei Evolutionssprünge durchmachen, beim zweiten könnt Ihr Euch zwischen zwei Formen entscheiden, die unterschiedliche Attribute stärker hervorheben oder verschiedene Stärken und Schwächen bei den Elementen mit sich bringen.

Kleiner Tipp: Falls Euch im Spiel mal die großen Evolutionstropfen ausgehen, die Ihr für den zweiten Evolutionssprung benötigt, Ihr könnt diese zwar mithilfe von Alchemie herstellen, es könnte aber mitunter einiges an Looten mit sich bringen, die entsprechenden Zutaten zu bekommen. Ihr könnt diese großen Evolutionstropfen im späteren Spielverlauf im Kasino erwerben. Das spart Euch womöglich viel Zeit und Nerven.

Auf Städtetour in einer anderen Welt

Wenn Ihr mal nicht über die Oberwelt rennt und Monstern in den Hintern tretet, dann könnt Ihr die fantasievoll gestalteten Städte der Welt Ni no Kuni besichtigen. Im Vergleich zur Größe der Welt, fällt die reine Anzahl an Städten womöglich etwas ab, dafür sind diese aber so wunderschön designt und thematisch derart unterschiedlich, dass es eigentlich nicht negativ ins Gewicht fällt.

Gleich zu Beginn eures Abenteuers besucht Ihr die Stadt Katzbuckel. Diese wird regiert vom Katzenkönig Tom, und entsprechend ihres Herrschers und des Namens sieht die Stadt auch aus. Ihr findet ein Kopfsteinpflaster mit Katzentapsen darauf, Tore und Wanddekors haben starke Ähnlichkeit mit Fischen, kurzum, die Städte sehen alle sehr fantasievoll aus, strotzen vor Details und es macht einfach Spaß, sich dort aufzuhalten und alles anzuschauen. Da merkt man den Einfluss des Studio Ghibli, das für derart ausgefallene Designs bekannt ist.

In den Städten könnt Ihr Euer hart erarbeitetes Geld in neue Ausrüstung für Euch und Eure Vertrauten stecken, Eure Itemvorräte aufstocken oder einige der zahlreichen Sidequests annehmen. Diese reichen von einfachen Botengängen, über Alchemieversuche bis hin zu Monsterjagden. Belohnt werdet Ihr dabei mit Gulden, Items und Stempelkarten. Durch diese Stempelkarten könnt Ihr Euch diverse Verbesserungen anschaffen - so könnt Ihr anschließend z.B. schneller über die Oberwelt laufen, erhaltet mehr Erfahrungspunkte oder es wird Euch leichter gemacht, Monster zu Vertrauten zu machen. Im weiteren Verlauf des Spiels könnt Ihr zudem im Kasino Eurer Spielernatur frönen oder an einem Kampfturnier teilnehmen.

Um zwischen den Städten hin und her zu kommen, habt Ihr, neben dem üblichen Fußmarsch, später die Möglichkeit, mit einem Schiff zu fahren, per Magie zu teleportieren oder sogar auf dem Rücken eines Drachens zu fliegen. Lufti, anyone?

Ihr habt übrigens auch die Möglichkeit, Euch einen Leitstern auf Eurer Karte anzeigen zu lassen. Dieser führt Euch stets direkt zum nächsten Story-relevanten Punkt. Wer sich jedoch den Entdeckungsdrang nicht nehmen lassen will, oder wer einfach lieber selbst erkunden will, der kann diesen Leitstern über die Optionen auch deaktivieren.

Mit ein bisschen Herz geht alles besser

Ein zentraler Punkt in der Geschichte von Ni no Kuni stellen die Herzen dar. So trefft Ihr im Laufe der Geschichte auf zahllose Personen, die ihren Mut, ihren Enthusiasmus oder ihre Liebe verloren haben. Dahinter steckt natürlich der schurkische Schuft Shadar, der jenen Personen das Herz gebrochen hat. Es ist nun an Euch, diesen Personen zu helfen, indem Ihr anderen, die eine der genannten Attribute im Überfluss haben, einen kleinen Teil davon nehmt, natürlich mit deren Erlaubnis, und es so den Geschädigten zukommen lasst. Mitunter müsst Ihr sogar zurück in Ollis Heimatstadt Motorville reisen, um den Seelenverwandten einer Person zu finden. Es kann auch vorkommen, dass Ihr sogar beiden Personen helfen müsst.

Neben der Fähigkeit, Herzen zu nehmen und zu geben lernt Ihr noch viele weitere magische Sprüche kennen. Neben Angriffs- und Heilzauber gibt es auch noch Zauber, um mit Tieren oder Geistern zu sprechen, um Schlösser von Schatzkisten zu öffnen oder Brücken entstehen zu lassen, um Euer Vorankommen zu gewährleisten.

Als Hilfsmittel steht euch dabei der "Magische Begleiter" zur Verfügung, ein Buch der Zauberer, welches Ihr gleich zu Beginn Eures Abenteuers von Tröpfchen überreicht bekommt. Neben Zauber stehen dort auch einige Hinweise und Tipps zur Alchemie, welche Zutaten ihr braucht, oder weitere Informationen zu den Monstern. Falls Ihr also wissen wollt, welches Monster welches Item verlieren kann, dann schaut im "Magischen Begleiter" nach. Im Laufe des Spiels werden auch Geschichten freigeschaltet, die Ihr bei Interesse lesen könnt. An einigen Stellen im Spiel müsst Ihr sogar im "Magischen Begleiter" nachschlagen, um die Lösung eines Rätsels zu finden. Besitzer der "Wizard's Edition" des Spiels können dabei auf ein reales (leider englisches) Exemplar des "Magischen Begleiters" zurückgreifen.

Wie ein spielbarer Studio Ghibli-Film

Um ein paar Worte zur Technik zu sagen: Das Spiel sieht dank seiner Cel-Shading-Grafik einfach wunderschön aus. Das Figurendesign erinnert natürlich stark an Charaktere aus den Studio Ghibli-Filmen. Die Animationen laufen butterweich über den Bildschirm und auch auf Kleinigkeiten, wie die unterschiedliche Positionierung der Füße auf einer Treppe oder das Zittern vor Kälte in einer Winterlandschaft, wurde geachtet.
Gleiches gilt auch für die Monster und Vertrauten. Es gibt viele kleine Details bei den Bewegungen zu bewundern. Über das Monsterdesign an sich lässt sich aber vermutlich streiten. Zwar sind die meisten Monster schön und knuffig designt, aber einen Wiedererkennungswert wie bei Pokémon oder Dragon Quest gibt es leider nicht. Auch könnte man bei den Evolutionen bemängeln, dass sich diese optisch meist nur in einer anderen Färbung äußern.

Von Zeit zu Zeit bekommt Ihr auch waschechte Animationsfilmchen zu sehen. Diese befinden sich nahezu auf dem Niveau aktueller Studio Ghibli-Produktionen. Es ist zwar natürlich ein Unterschied zwischen Animationsfilm und Spielegrafik zu erkennen, aber insgesamt gab es schon lange kein Spiel mehr, was optisch so aus einem Guss gewirkt hat.
Alles wurde mit entsprechender Liebe zum Detail umgesetzt und Ni no Kuni wird wohl eines der wenigen Spiele sein, die auch zehn oder 20 Jahre nach Erscheinen noch schön anzuschauen sind.

Die Musik stammt vom Komponisten Joe Hisaishi, welcher bereits die Musik für sämtliche Studio Ghibli-Filme beisteuerte. Eingespielt wurde das Ganze vom Tokyo Philharmonic Orchestra.
Der Soundtrack steht der schönen Optik in Nichts nach. Eure Ausflüge über die Oberwelt verheißen ein großes Abenteuer, während ruhigere Kompositionen perfekt zu emotionaleren Momenten passen und auch Euch sicherlich nahegehen werden. Auch hier gilt: Vermutlich ist dies einer der insgesamt gelungendsten Soundtracks, die es in letzter Zeit in einem Rollenspiel gegeben hat.

Die Synchronisationen sind dagegen ein bisschen ein zweischneidiges Schwert. Ihr habt die Wahl zwischen englischer und japanischer Sprachausgabe, deutsch sind lediglich die Untertitel. Die japanische Synchro ist durchaus als gelungen zu bezeichnen, aber für europäische Ohren kann es wohl auf Dauer etwas ungewohnt sein.
In der englischen Fassung wirkt dagegen der Sprecher von Oliver mitunter etwas motivationslos, teilweise sogar nervig. Dafür punkten in dieser Synchro Figuren wie Tröpfchen oder Shadar, die mir sogar besser gefallen, als deren japanische Pendants. Letztlich hängt es wohl von den persönlichen Vorlieben ab, für welche Sprache Ihr Euch entscheidet.
In beiden Fassungen sind allerdings nicht alle Dialoge gesprochen, Ihr werdet den Großteil der Unterhaltungen lesen müssen.

Ganz hervorragend ist übrigens die deutsche Übersetzung. Diese basiert zwar auf der englischen Version, zumindest lässt mein bescheidenes Japanisch das vermuten, sprüht aber trotzdem vor Wortwitz und lustigen Sprüchen. Ob es nun Tröpfchens Kommentare sind, der eigentlich immer frei Schnauze vor sich hin plappert, was ein großer Spaß ist, oder die Namen der Monster oder Items - es wurde mit sehr viel Liebe an der Lokalisierung gearbeitet. Sogar Reime und Verse wurden nicht stumpf 1:1 übersetzt, sondern in einen vernünftigen Kontext übertragen, so dass zwar der Sinn nicht verloren geht, aber eben auch nicht der Reim. So muss eine hervorragende deutsche Übersetzung aussehen.

 

FAZIT

Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin ist vermutlich eines der schönsten Rollenspiele, die ich je spielen durfte. Alles wirkt bei diesem Spiel einfach stimmig, passend, wie aus einem Guss. Es macht Spaß, es macht süchtig - ich saß mehrmals weitaus länger als beabsichtigt vor der Konsole - es sieht gut aus, es erzählt eine schöne Geschichte.

Dabei ist Ni no Kuni im Herzen zwar ein oldschooliges, aber keinesfalls altbackenes Rollenspiel. Das Kampfsystem wirkt herrlich frisch (wenn auch in ähnlicher Form bereits in Xenoblade Chronicles benutzt) und der Einsatz von Vertrauten ist abseits der Pokémon-Spiele auch nicht so häufig zu finden. Die Optik und der Sound sind absolut traumhaft, es macht unglaublich viel Spaß, sich in dieser Welt aufzuhalten, Dinge zu entdecken und zu kämpfen.
Neben der Story gibt es eine Menge zu entdecken und wer wirklich alles von Ni no Kuni sehen möchte, wird gute 80 Stunden beschäftigt sein. Die Story selbst besitzt dabei so viel Charme und Liebe, dass man sich ihrer wohl kaum entziehen kann. Es muss nicht immer in Gigantismus ausarten, manchmal reicht auch das Abenteuer eines kleinen Jungen, um einen zu berühren und mitfühlen zu lassen.

Für mich ist Ni no Kuni ganz klar schon jetzt ein Anwärter auf das Spiel des Jahres 2013.

Meine Wertung: 10 von 10 Punkten

 

Pro/Contra

+ Optik wie aus einem Studio Ghibli-Film
+ hervorragender Soundtrack
+ liebevoll designte Welt
+ einfache, aber sehr schöne Geschichte
+ unverbrauchtes Kampfsystem
+ Vertrautenentwicklung
+ Drachen fliegen wie in Secret of Mana
+ großartige, humorvolle deutsche Übersetzung
+ trotz kleiner Abstriche immernoch sehr schöne Sprachausgabe

- Sidequests fehlt mitunter etwas Abwechslung
- Design der Monster vielleicht nicht einprägsam genug

Falls sich jemand noch unsicher sein sollte, ob er oder sie sich das Spiel zulegen sollte, hier hab ich die erste Stunde des Spiels gespielt. Die Probleme mit der Helligkeit liegen dabei an meinem Grabber. Auf Eurem TV sieht das Spiel dann so aus, wie auf den Screenshots.
 

 

Quelle: 
Captain Hammer, Bilder: Namco Bandai, rpgfan.com, wikipedia.org

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Kommentare

Bild von Vio

Oh Mann, das geht ja Knall

Oh Mann, das geht ja Knall auf Fall mit Deinen Tests! :D
Dieses Mal hast Du Dir natürlich ein Meisterwerk ausgesucht!

Bild von Captain Hammer

Vio wrote:Oh Mann, das geht

Vio wrote:
Oh Mann, das geht ja Knall auf Fall mit Deinen Tests! :D
Dieses Mal hast Du Dir natürlich ein Meisterwerk ausgesucht!

Es sollen ja auch mal andere solche Gurken wie Aliens: CM spielen und bewerten ;)
Aber war eher Zufall, dass ich die beiden Spiele so kurz aufeinander durchgespielt und es dann auch noch für nötig befunden hab, meine Meinung kund zu tun :D

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Sehr, sehr geiles Review. Bin

Sehr, sehr geiles Review. Bin ja selber schwer begeistert von dem Spiel.
Bei einer Sache bin ich aber gerne schlimm und das ist bei einer deutschen Lokalisation. Level 5 macht da immer einen guten Job, aber wenn ich Tröpfchen und Katzenbuckel höre/lese, dann bin ich mit meinem Drippy und Ding Dong Dell doch glücklicher. Ich weiß, ich nerve. Love it. :D

Das Kampfsystem ist sicherlich nicht neu, aber schon lange vor Xenoblade Chronicles gab es ähnliche Kampfsysteme. Der Vergleich mit Star Ocean oder den Tales of-Spielen gefällt mir da schon eher besser. Vor allem weil Tales of Graces mir letztes Jahr sehr viel Spaß gemacht hat.

Bei den Designs der Monster und bei der Abwechslung der Sidequests stimme ich dir aber zu. Da hätte man vielleicht noch ein wenig was machen können. Aber das ist auch hier nitpicking. :)

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Zabucracker wrote:Das

Zabucracker wrote:
Das Kampfsystem ist sicherlich nicht neu, aber schon lange vor Xenoblade Chronicles gab es ähnliche Kampfsysteme. Der Vergleich mit Star Ocean oder den Tales of-Spielen gefällt mir da schon eher besser. Vor allem weil Tales of Graces mir letztes Jahr sehr viel Spaß gemacht hat.

Star Ocean hab ich bisher nicht gespielt, wobei The Last Hope für die 360 im Schrank vor sich hin staubt ;)
Dafür hab ich Tales of Symphonia auf dem Cube durchgespielt, und da war das Kampfsystem eher Echtzeit. Dort konnte man mit jedem Tastendruck eine Attacke ausführen, bei Ni no Kuni laufen ja Standardattacken automatisch ab ;)
Vielleicht ist das aber bei anderen Tales-of-Spielen anders, aber dann weiß ich von nix :D

Bild von Benni

Captain Hammer wrote:Star

Captain Hammer wrote:
Star Ocean hab ich bisher nicht gespielt, wobei The Last Hope für die 360 im Schrank vor sich hin staubt ;)
Dafür hab ich Tales of Symphonia auf dem Cube durchgespielt, und da war das Kampfsystem eher Echtzeit. Dort konnte man mit jedem Tastendruck eine Attacke ausführen, bei Ni no Kuni laufen ja Standardattacken automatisch ab ;)
Vielleicht ist das aber bei anderen Tales-of-Spielen anders, aber dann weiß ich von nix :D

Ich meinte auch eher von der Art her. Eben das freie Herumlaufen auf dem Feld während des Kampfes. Tales of-Spiele sind aber actionreicher, das stimmt.