Regen zieht auf: Heavy Rain im Review!

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User-News PS3

Dieses Jahr hat kaum ein Spiel so viel Aufmerksamkeit - auch von Nicht-Gamern - auf sich gezogen, wie Heavy Rain, und zwar im positiven Sinne: Sei es die Diskussion, ob dies überhaupt noch ein Videospiel sei oder eher ein interaktiver Film, oder ob das Gameplay alle Erwartungen erfüllt. ANGOmarcello stellt Euch den PS3-Hit in seinem User-Review vor.


Spielsteckbrief

Spieltitel: Heavy Rain
System: PlayStation 3
Genre: Interaktives Drama
Entwickler: Quantic Dream
Publisher: Sony
Datenträger: Blu-Ray
Unterstützte Auflösungen: 720p
Spieleranzahl: 1 Spieler
Preis: ca. 30-50 Euro

Story

Die Handlung von Heavy Rain dreht sich um den sogenannten "Origami Killer", der seine Opfer stets mit einem Origami in der Hand und einer Orchidee auf der Brust zurücklässt. Die Opfer verschwinden zumeist 3-5 Tage vor ihrem Tod. In diesem Zeitraum setzt die Haupthandlung von Heavy Rain ein, in der man alles in Bewegung setzt (oder auch nicht) um das neueste Opfer vor seinem drohenden Tod zu bewahren. Man folgt der Handlung aus den Augen von vier verschiedenen Charakteren, doch dazu später genaueres.

Zum Anfang hin wird man erst langsam in die Handlung des Spiels eingeführt: Der Weg zur Haupthandlung ist durchaus interessant und spannend, jedoch kommt der Übergang überraschend und plötzlich.

Insgesamt habe ich selten eine so ausgereifte Story wie diese erlebt. Aus diesem Grund wird hier auch nicht mehr verraten, um Spoiler zu vermeiden!

Gameplay / Spielmechanik

Das Gameplay von Heavy Rain ist etwas völlig neues und kann keinem normalen Genre zu geordnet werden. Die Entwickler nennen es selbst ein "interaktives Drama" und diese Bezeichnung passt auch ganz gut.
Im Spiel selbst steuert man immer jeweils einen Charakter durch ein oder mehrere Kapitel. Die einzelnen Spielabschnitte werden von großartig inszenierten Quicktime-Events begleitet, die die Story weiterführen können oder einfach nur dazu dienen, die Welt des Geschehens lebendig wirken zu lassen. Dies gelingt auch sehr gut: Selten wurde ich so tief in ein Spiel hineingezogenen, wie in dieses, denn die Erzählung der Geschichte ist spannender als jeder Blockbuster - und dennoch handelt es sich um eine Art Spiel. Man hat stets die freie Wahl und kann die Geschichte nach seinen eigenen Vorstellungen wandeln. Ich persönlich bevorzugte, ein Happy Ending herbeizuführen, allerdings hat man je nach sadistischer Veranlagung weitaus interessantere Möglichkeiten für den Story-Ausgang: Es gibt bis zu 18 verschiedene Epiloge.

Zu erwähnen ist auch, dass wenn einer der vier Hauptcharaktere stirbt, die Story trotzdem weiter geht und sich dieser Situation anpasst! Es gibt allerdings zwei Knackpunkte: Die Steuerung ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig und außerdem dürften Anfänger so manche Probleme mit der Kamera haben. Diese Probleme sind aber weniger ausgeprägt, als es klingt. Es stört kaum, muss hier aber erwähnt werden.

Charaktere

Die Charaktere haben alle ihre Eigenheiten, die diese besonders machen, und oft passiert es auch, dass Hauptcharaktere aufeinander treffen, so dass man als Spieler ihr Verhältnis zueinander manipulieren kann.

Die vier Hauptcharaktere:

Ethan Mars
Ethan Mars ist Vater von zwei Kindern und lebt zusammen mit seiner Frau in einer ruhigen Vorstadtgegend, bis er in die Aufmerksamkeit des Killers gerät.

Madison Paige
Die Journalistin leidet unter Schlafstörungen und so kommt sie auch in einer schlaflosen Nacht in die Handlung des Spiels.

Scott Shelby
Shelby wurde von den Familien der Opfer beauftragt, den Mörder zu finden.

Norman Jayden
Jayden arbeitet für das FBI und wurde geschickt, um die örtliche Polizei bei den Ermittlungen im Origami-Killer-Fall zu unterstützen.

Grafik

Die Grafik des Spiels ist identisch mit den Bildern, die man aus den auf Hochglanz polierten Trailern zum Spiel kennt, und wer sich mit Spielen auskennt, weiß, dass dies ein gutes Zeichen ist. Man merkt besonders, wie viel Arbeit in die Charaktere gesteckt wurde: Nicht nur Story-technisch, sondern auch grafisch macht Heavy Rain eine sehr gute Figur und die Spielwelt sieht erstklassig aus. Besonders ins Auge sticht der Regen, denn dieser musste aufgrund des sehr regnerischen Settings natürlich besonders realistisch wirken. Dies ist auch gelungen, denn virtueller Regen sah nie besser aus. Gut gelungen sind aber auch die übrigen Umgebungen, besonders Norman Jaydens Büro.


Sound

Der Soundtrack von Heavy Rain ist ausgezeichnet. Er erzeugt Spannung, wenn sie gebraucht wird, aber genauso gut erzeugt die Musik an den passenden Stellen Misstrauen und Panik. Alles in allem eine wirklich gelungene Sound-Untermalung für ein packendes Drama.

Mein Fazit

Meiner Meinung nach zeigt Heavy Rain eindrucksvoll, was in Sachen Geschichten-Erzählung in Videospielen heutzutage möglich ist. Mitreißend, packend und dramatisch wird dieser Krimi erzählt - ich war von Anfang an begeistert und wurde von diesem Spiel durchgeschüttelt, gerührt und am Ende beeindruckt. Etwas derartiges habe ich vorher nie gekannt. Ich hoffe, dass vielleicht noch andere Spiele dieser Art in naher Zukunft auf den Markt kommen werden.
Ich habe bereits nach einem Tag Heavy Rain durchgespielt, diese verhältnismäßig kurze Zeit reicht allerdings aus, um die Story in vollen Zügen zu erleben.
Wer alle Enden sehen möchte, der muss allerdings wesentlich mehr Zeit aufbringen.

Wertung:

Gameplay / Spielmechanik: 10/10 Punkte
Grafik: 9,5/10 Punkte
Sound: 10/10 Punkte
Umfang: 9/10 Punkte
Multiplayer: nicht vorhanden

Meine Note: sehr gut

Pro / Contra:

+ Mitreißende Story
+ Hervoragende Grafik
+ Packend bis zum Schluss
+ Viele verschiedene Möglichkeiten

- Steuerung manchmal etwas wackelig
- Kamera manchmal unvorteilhaft

Quelle: 
ANGOmarcello; Bilder: Gamekyo.com

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Kommentare

Bild von soadhusky

hab die demo gespielt, hat

hab die demo gespielt, hat mir gut gefalen

Bild von adojica

gutes Review kurz und

gutes Review kurz und informativ was mich angeht ist Heavy Rain ganz klar das Highlight des bisherigen Jahres

Bild von ANGOmarcello

Dankeschön =) Aber ich bin da

Dankeschön =)
Aber ich bin da auch ganz deiner Meinung adojica.

Alle meine Reviews (bis jetzt 2) gibt es übrigens auch auf meinem Blog unter www.angozockt.wordpress.de

Bild von Zabucracker

Es kommt selten vor, das ich

Es kommt selten vor, das ich ich hoffe ein kurzes, aber dennoch ein tolles und informatives Review zu bekommen. Ist dir größtenteils sehr gut gelungen. Ich kann das garnicht, kurze Reviews schreiben. Immer wenn ich es probiere wird es ein halber Roman und ich will nur selten was kürzen. :D

Aber wie gesagt sehr gutes und kurz gehaltenes Review. Ich muss meinen Kumpel dazu überreden sich das Spiel zu kaufen, damit wir das zusammen zocken können, denn nachdem alle die Story so loben, kann ich mir das schlecht entgehen lassen.

Btw. You just got spotlighted!! BAM!!

:D

Bild von seelenstrecker

Gutes Review zu diesem

Gutes Review zu diesem atmosphärischen Meisterwerk. Mich hatte beim Spielen vor allem diese unglaubliche Traurigkeit beeindruckt.

Vor ein paar Tagen habe ich den Vorgänger "Fahrenheit" begonnen. Die Ähnlichkeiten zu "Heavy Rain" sind wirklich verblüffend.

Bild von Cro-Cop

Warum wird die story von

Warum wird die story von heavy rain als ausgereift bezeichnet? Find ich jetzt nicht.

Ist jetzt nicht gerade elegant unter einem review auf storydetails einzugehen, aber ich machs trotzdem.

ACHTUNG SPOILER!

Nach nur einem spot gehts weiter...
http://www.youtube.com/watch?v=QaV8i1G6K7k

Erstens wird für meinen geschmack teilweise zu dick aufgetragen. Wir haben vier charaktere, die alle iwie total fertig sind - oder sagen wir mal "ausgeprägte schwächen" haben. Diese schwächen werden aber zu oft mit dem holzhammer eingebläut um hinterher mit ihnen nichts anfangen zu können. Die schlafstörungen von madison dienen doch nur für ne duschszene, ne halbnackte keilerei in der küche (okay, eigentlich zwei trifftige gründe) und für die begegnung im motel (oder auch nicht?). Generell find ich ihre rolle und beweggründe etwas seltsam und teilweise nicht nachvollziehbar.
Der drogenkonsum vom fbi typ ist auch total nebensächlich und ohne jeglichen background. Okay, wenn man mit dem konsum das ganze spiel lang sehr konsequent umgeht, dann stirbt man im letzten kapitel. Da fällt mir gerade ein, dass ich das eigentlich ziemlich cool fand. Schlechtes beispiel, weiter zum nächsten....
Ethan hat blackouts, um den spieler einfach so lange wie möglich im unklaren zu lassen was jetzt abgeht. Eigentlich ganz okay, aber die blackouts werden nie aufgeklärt. Was macht der typ? Läuft er einfach planlos rum? Warum hat er immer ne origamifigur in der hand? Scheissegal! Wir sind fürs erste verwirrt und nur um das gehts. Der plot wird einfach fallengelassen - man braucht ihn ja nicht mehr. kA ob man da von ausgereift sprechen kann.
Und der dicke ist der fertigste von allen. Mit dem besucht man dann drei familien. Das erste mal gerät man in ne schlägerei, das zweite mal in nen raub bzw. mord und das dritte mal verhindert man einen suizid. Muss ne ziemlich heftige gegend sein, wa? Jaja okay, kann schon mal passieren, und die alte hat gerade ihren sohn verloren, da kann man schon mal auf die idee kommen sich mal die pulsadern aufzuschneiden. Wieso aber keiner von den betroffenen auf die idee kommt, mit dem schukarton einfach zu den bullen zu laufen, versteh ich jetzt nicht. Wollen die nicht, dass ihr kind gerettet wird? Und der dicke sammelt jetzt die beweise ein und nebenbei erschiesst er innerhalb von 3 minuten gut 25-30 leute in ner villa und keine sau interessierts. Sicherlich.
Und da gibt es noch paar nette nebencharaktere. Wie der eine typ, der mit dem fall überhaupt nichts zu tun hat, aber trotzdem von den bullen wegläuft und sogar töten würde, nur um einem 20 minütigem verhör zu entgehen. Alles klar... Und dann dieser doc, die speerspitze. Bohrt gern mit ner hilti löcher in menschen. So so. Diese szene fand ich übertrieben und fehlplaziert. Neben sieben und saw hat david cage wohl auch hostel gesehen.
Und kann mir einer erklären warum madison "erschrecken tut" als sie den namen des killers hört? Sie ist ihm noch nie begegnet. Und warum kommt sie gegen ende auf die idee norman anzurufen? Woher zum teufel hat sie eigentlich seine nummer? Was zur hölle passiert hier gerade?
Norman entlarvt den killer anhand von einer im freien handel erhältlichen uhr. Und dann die sache mit der sexszene. Also bitte. Ich hab dort keine anzeichen von oralverkehr erkennen können. Was fürn sex solln das sein? Einfach absurd.
Da wir schon beim thema sind - höhepunkt des ganzen: Der mord an manfred. WTF?? Die alte guckt auf die uhr und der dicke geht gerade mal eben ins hinterzimmer, legt den alten um und spaziert wieder zurück. Die olle merkt natürlich nichts. Und als ob das schon nicht reichen würde, hat er selbst die bullen angerufen, einfach um dann wieder aufzulegen. Naaaatüüüüüüüüürliiiich. Muss wohl ein adrenalinjunkie sein... Ist wieder so eine szene die eigentlich absolut null sinn macht, sondern nur für ordentlich verwirrung sorgen soll, dass man ja nicht zu früh auf die richtige fährte kommt.
Die eigentlich recht gut und spannend _erzählte_ story bekommt nach dem showdown paar löcher und risse.

SPOLER ENDE...

Nach nur einem spot gehts weiter...
http://www.youtube.com/watch?v=R744BSJBOAE&feature=related

Klingt zwar nicht so, aber mir hat heavy rain sehr gut gefallen. Es sind ja auch größtenteils kleinigkeiten die ich hier erwähne, aber die story ist einfach nicht ausgereift oder besonders intelligent oder gar neu oder innovativ. Trotzdem kommt aufgrund der guten erzählweise spannung auf und man will wissen was als nächstes passiert. Und das ist eigentlich das wichtigste. Mir gefällt nur nicht mit welchen mitteln man hier versucht den spieler zu täuschen. Die story erfüllt ihren zweck, sie fesselt, ist aber nicht der heilige gral wie es doch immer wieder und überall behauptet wird. Dafür sind für meinen geschmack zu viele logikfehler eingebaut und bei ein paar szenen hat man einfach das gefühl sie schon mal gesehen zu haben. Manche plots werden aufgebaut, um die story in eine gewünschte richtung zu lenken, werden dann später nicht mehr beachtet, oder ergeben schlicht und einfach keinen sinn.

In unendlicher liebe,
Cro-Cop trinkt säfte mit fruchtfleisch

Bild von Donna Darko

Mal was zu den

Mal was zu den Blackouts:

Auch, wenn es nicht wirklich Aufschluss darüber gibt, was Ethan während der Blackouts nun getan hat, finde ich, dass sie die Szenen hätten drin lassen sollen.

Bild von ANGOmarcello

Ja die Blackouts hätte man

Ja die Blackouts hätte man drin lassen können, dann macht das ganze auch mehr Sinn!