Reif für den Super Bowl ? Madden NFL 11 im Test

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User-NewsXbox 360PS3

Für die einen ist American Football ein Buch mit sieben Siegeln, für die anderen eine Art Religion. Was aber ist Madden NFL 11? Zockerhausen`s Sportgames Tester Roggenbach hat die diesjährige Ausgabe von Electronic Arts' Sportspiel-Serie in der Xbox 360- und PlayStation 3-Fassung getestet.




Aus Madden NFL 10 wird Madden NFL 11

Mit Madden NFL 11 hatten sich die Entwickler zum Ziel gesetzt, das Spiel zugänglicher und gerade für Anfänger, die sich an den beliebten amerikanischen Ballsport heranwagen, ein einfaches Handling zu bieten. Ihr ahnt es sicherlich schon, was jetzt kommt: "Einfach" heißt auch schnelle Erfolge und da sind wir schon beim ersten Problem von Madden NFL 11.
Der Vorgänger war gut spielbar und hatte einige Einstellungsoptionen, die sich jeder so anpassen konnte, wie er seine Fähigkeiten einschätzte. Selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad konnte man schnell schöne Läufe oder weite, genaue Pässe absolvieren. Das gleiche geht nun im neuen Teil auch, nur hat man die Offensive so programmiert, dass sie der Defensive zu hoch überlegen ist. Das führt gezwungenermaßen zu hohen, unrealistischen und merkwürdigen Ergebnissen, was mit dem realen American Football nichts mehr zu tun hat. Leider wird das auch nicht besser, indem man den Schwierigkeitsgrad verändert. Mich erinnert das ganze eher an eine Wii-Verson von Madden.

In puncto Umfang ist bei Madden NFL 11 alles wie gehabt:
- Freundschaftspiele
- Franchise
- Playoffs
- Mini-Spiele
- Superstar (eigene Karriere als Spieler),
- Madden-Momente (nachspielen vergangener Saison-Höhepunkte)
- Ultimate Team

Seit der 08er Version hat sich also wenig getan und dieses Mal ist es sogar eine exakte Kopie des Vorgängers. Der Franchise-Modus hat sich gar nicht verändert und auch die grafische Darstellung ist gleich geblieben. Die Möglichkeiten, die man in Madden NFL 2005 und Madden NFL 2006 hatte, fehlen immer noch. Mal ganz zu schweigen von Zeitungsmeldungen, Radio und dem Training zwischen den Partien. Dasselbe hatte ich schon im letzten Jahr in meinem User-Review zu Madden NFL 10 erwähnt. Traurig ist nur, dass ich es jetzt wieder nennen muss. Im Superstar-Modus könnt Ihr einen eigenen Spieler zum Star aufbauen: Nachdem Ihr gedrafted worden seid, müsst Ihr Euch mit guten Leistungen nach oben spielen. Der Modus ist allerdings so langsam altbacken und wirkt einfach nur langweilig umgesetzt. Die Madden-Momente lassen Euch Ereignisse aus der letzten Saison nachspielen. Wie schon beschrieben - auf neue Ideen wartet man seit Jahren vergebens.

Neues Gameplay – Einfach und schnell

Die Spielzüge können unter anderem dank des neuen „Gameflow-Systems“ vom Trainer vorgegeben werden. Für Anfänger, die sich nicht durch diverse Spielzüge durchkämpfen wollen, ist das okay. Außerdem können neue Spielzüge im Editor erstellt werden, was leider etwas kompliziert ist. An der Steuerung wurde wiederum etwas herumgeschraubt: Kicken und Punten gehen dank der 2-Click-Steuerung nun sehr easy, was jedoch deutlich an der realitätsnahen Darstellung nagt.

Alte Grafik und Stimmung - neu aufgebohrt

Es gibt einige neue Zwischenanimationen in Madden NFL 11, die Grafik der Stadien wurde etwas auf gepusht, das Licht und Schattenspiel sieht gut aus. Der Schnee- bzw. Regeneffekt genauso, allerdings gab es diesen auch schon im Vorgänger. Die Zuschauer haben nun mehr Pixel und sehen in der Nahaufnahme zum größten Teil auch nach Zuschauern aus, statt wie im letzten Teil nach Pixelbrei.
Das war es aber auch schon wieder. Die Scoreboards wurden identisch vom Vorgänger übernommen, genauso wie die "Extra Point Show", in der Euch ein Überblick auf den nächsten Spieltag gegeben wird. Der Halbzeit-Report dagegen fiel dem Rotstift zu Opfer.
In Madden NFL 11 gibt es natürlich wieder einige Bugs (z.b Spieler die auf dem Boden liegen rutschen automatisch weiter oder Spieler läuft trotz 3 schwerer Tacklings unbeirrt in die Endzone. Die Schiedsrichter laufen neben dem Spieler im gleichen Tempo u.v.m). Speziell auf der PS3 sind deutlich einige Ruckler, vor allem in den Replays, nicht zu übersehen, und auch nahtlose Übergänge der Animationen sind weiterhin das größte Problem der Madden-Serie. Schaut einfach weg, wenn Euer Spieler mal durch einen anderen Spieler hindurch läuft.

Die Stimmung in den Stadien wurde mit einigen neuen Gesängen verbessert, aber die gehen unter, wenn man das auf Dauer nervende Kommentatoren-Duo hört. Die haben sich genauso wenig verbessert wie der Rest des Spiels. Trotz Gus Johnson der neu dabei ist. Störend ist besonders das neue Headcoach Feature, wo er dem Quarterback über Kopfhörer Anweisungen gibt.

Das Fazit

Es wäre von EA Sports fair gewesen, den treuen Anhängern diese Version als einfachen Patch anzubieten. Denn mehr ist Madden NFL 11 im Grunde nicht. Dazu kommt, dass man dieses Spiel in Deutschland importieren muss und das hat seinen Preis. Doch für eine fast exakte Kopie des Vorjahres-Spiels den Kunden 60-70 Euro aus der Tasche zu ziehen, das ist schon bemerkenswert. Die Madden-Serie kann man vom Gameplay her sehr gut mit Konamis Pro Evolution Soccer-Serie vergleichen: Am Zenit angekommen, ist der freie Fall nicht mehr zu verhindern (wenn man dazu verdammt ist, jedes Jahr ein neue Version herauszubringen). Der Zenit war Madden NFL 2005.

Allerdings rate ich Anfängern mit guten Regel- und Englisch-Kenntnissen durchaus zu Madden NFL 11. Alte Madden-Haudegen werden wegen des schwachen Gameplays aber wohl weiterhin Madden NFL 10 zocken, es sei denn, man ist Grafik-Fanatiker. Noch hat EA Sports zwei Eisen im Feuer: Nähmlich FIFA 11 und NBA Elite 11. Ob wenigstens diese Titel mich überzeugen können? Auflösung kommt in Kürze.

Quelle: 
Text: Roggenbach; Bilder: gamespot.com

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Kommentare

Bild von alokk

Hm... hab ich mir eigentlich

Hm... hab ich mir eigentlich schon gedacht, dass es so wird xD