Till All Are One - Transformers: Untergang von Cybertron im Test

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User-NewsPCPS3Xbox 360

Nachdem Michael Bay die Erinnerungen vieler Kinder der 80er und 90er Jahre aufs Schlimmste mit Füßen getreten hat, versuchten sich die High Moon Studios an einer Umsetzung der beliebten Spielzeug-Reihe.
Erfahrt im Test, ob Transformers: Untergang von Cybertron eine gute Alternative zu den filmischen Zerstörungsorgien bietet.

Spieltitel: Transformers: Untergang von Cybertron
System: PS3, XBox 360, PC
getestet auf: PS3
Genre: 3rd Person Shooter
Entwickler: High Moon Studios
Publisher: Activision
Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Preis: ca. 20 Euro

Whatever lies beyond that portal is our last and only hope

Die Decepticons holen zum letzten, alles entscheidenden Schlag aus. Die Autobots sind mit der Arche von Cybertron geflohen, einem gigantischen Raumfrachter, der sie durch ein Hyperraumportal quer durch die Galaxie zu einer hoffentlich friedvollen Zukunft bringt. Als letzte Möglichkeit greifen Megatron und seine Decepticons die Arche und die Autobots an, um sie von ihrer Flucht abzuhalten.
Optimus Prime, letzter der Primes und Anführer der Autobots, stellt sich auf der Arche dem finalen Kampf mit seinem Nemesis, Megatron.

Im Inneren der Arche kämpft sich ein tapferer Autobot namens Bumblebee durch die angreifenden Decepticons, um seinem Freund und Anführer im Kampf beizustehen. Gerade als Bumblebee den Kampfschauplatz der beiden Rivalen erreicht, holt Megatron zum letzten Schlag aus, dem sich Bumblebee in letzter Verzweiflung dazwischen wirft...

Die letzten Tage von Cybertron

Nach dem spielbaren Prolog erlebt Ihr in einem Rückblick die letzten Tage von Cybertron, der Heimatwelt der Transformers.
Die Handlung setzt dabei direkt am Vorgänger Kampf um Cybertron an. Autobots und Decepticons sind in einem schier endlosen Bürgerkrieg verstrickt. Während die Autobots um eine friedliche Weiterexistenz ihrer Rasse kämpfen, versuchen die Decepticons die Herrschaft über alle Transformers an sich zu reißen oder alternativ die Autobots für immer zu vernichten.
Durch diesen Krieg wurde ihre Heimatwelt so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass diese kein Energon, die Energiequelle aller Transformers, mehr produziert und dadurch unbewohnbar wird.
Während Ihr im Vorgänger im Metall der Decepticons erlebt habt, welche Pläne Megatron zur Unterdrückung der Autobots schmiedete, und Ihr als Optimus zum letzten Prime aufgestiegen seid, versucht Ihr nun, genug Energon für eure Flucht von Cybertron zu organisieren, wobei beide Parteien dabei sehr unterschiedlich zu Werke gehen.
Wie im Vorgänger seid Ihr wieder auf beiden Seiten unterwegs, anders als in Kampf um Cybertron wird Euch diesmal allerdings vorgegeben, mit welchem Transformer Ihr das Level in Angriff nehmen müsst. Dabei sind neben Optimus Prime und Megatron unter Anderem Cliffjumper und Grimlock auf Seiten der Autobots, sowie Soundwave und Starscream bei den Decepticons.

Die Jungs und Mädels der High Moon Studios haben dabei auf die Kritik am Vorgänger gehört und die Levels spezieller auf die Aspekte des jeweiligen Verwandlungsroboters designt.
Seid Ihr zum Beispiel als Decepticon Vortex unterwegs, welcher sich in einen Helikopter verwandeln kann, so wurde das Level auch entsprechend in die Höhe gebaut, damit Ihr auf Wunsch Eure Gegner aus der Luft ins Visier nehmen könnt.
Generell wurden die Verwandlungen besser integriert als noch in Kampf um Cybertron. Während Ihr dort meist Eure Fahrzeugform nur brauchtet um schneller von A nach B zu gelangen, ist die Transformierung nun ein ziemlich wichtiger Teil des Kampfes. So seid Ihr in Eurer Fahrzeugform schneller und besser gepanzert, allerdings richten Eure Waffen weniger Schaden an. Es ist ratsam, auszuprobieren, in welcher Form Ihr Euren Widersachern eher zu Leibe rücken solltet.

Von Dinosaurieren und transformierenden Städten

Neben den "normalen" Transformers hat man bei den High Moon Studios noch einige Leckerbissen für Fans eingebaut.
So aktiviert Ihr im Laufe des Abenteuers Metroplex, einen gigantischen, stadtgroßen Transformer, welcher Euch fortan mit Luftschlägen unterstützt. Außerdem seht Ihr beim Voranschreiten im Level Metroplex im Hintergrund gegen die Decepticons kämpfen und herumwüten. Desweiteren greift Metroplex auch direkt in Euren Kampf ein, wenn er unter seiner Faust einen Haufen Decepticons zertrümmert, die Euch im Weg stehen, oder wenn seine Hand spontan zu einer Brücke wird, um Euch über einen Abgrund zu leiten.
Bereits recht früh im Spiel werdet Ihr außerdem den Namen Grimlock vernehmen, welcher sich fortan immer wieder in Konversationen findet. Auch findet Ihr in einigen Levels Hinweise auf Grimlocks Pfad der Zerstörung. Das Ganze mündet in der Entdeckung des Geheimnisses von Grimlocks Verschwinden und der Entstehung der Dinobots, bis Ihr schließlich selbst die Kontrolle über Grimlock übernehmen könnt, welcher wie ein Berserker durch die Reihen seiner Feinde wütet.
Doch damit noch nicht genug, das Spiel bietet an jeder Ecke jede Menge Fanservice, seien es auftretende Transformers oder Verläufe der spannenden und kurzweiligen Geschichte. Fans der Verwandlungsroboter kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Deckung? Brauch ich nicht!

Genau wie sein Vorgänger ist auch Untergang von Cybertron ein geradliniger, sehr actionlastiger 3rd-Person-Shooter mit Transformers-Bonus. Dabei nehmt Ihr Eure Widersacher nicht nur mit Standardwaffen wie Schrotflinten oder Maschinengewehren aufs Korn, sondern auch mit Megatrons riesigem Blaster oder einer Überladungswaffe, die mehrere Gegner in der Umgebung relativ einfach ausschalten kann.
Ihr könnt dabei Eure Waffen an Teletraan-1-Shops aufrüsten - mehr Muniton, größere Schlagkraft und einige nette Extras könnt Ihr so freischalten. Neben Verbesserungen für Eure Waffen könnt Ihr auch Euren Roboter etwas besser im Kampf dastehen lassen. So könnt Ihr ihn zum Beispiel schneller laufen lassen oder ihm die doppelte Lebensenergie geben.
Wart Ihr in Kampf um Cybertron noch auf eine Kombination aus Transformer plus Waffe festgelegt, dürft Ihr nun jeden Transformer mit jeder Waffe im Spiel ausrüsten. So könnt Ihr Euch besser Eurem persönlichen Spielstil oder der geforderten Situation anpassen.

Gespielt wird genretypisch aus einer Verfolgerperspektive. Anders als in vielen Genrevertretern jüngerer Zeit könnt Ihr aber nicht hinter Objekten in Deckung gehen. Zwar könnt Ihr versuchen Euch dahinter zu verstecken, aber ein Anlehnen an die Wand und Feuern aus der Deckung heraus ist nicht möglich. Stattdessen könnt Ihr auf Knopfdruck den Waffenarm wechseln, um so Eure Gegner hinter dem Objekt besser ins Visier zu nehmen.
Nach der Flut an Duck-and-Cover-Shootern wirkt Transformers: Untergang von Cybertron durch seine eigentlich oldschoolige Art fast schon wieder erfrischend.

Ihr habt zwei Balken auf Eurem Display, die Ihr besser im Auge behalten solltet. Während sich Euer Schild nach kurzer Zeit von alleine regeneriert, müsst ihr für eure Lebensenergie im Level verteilte, oder von besiegten Gegnern zurückgelassene Energon-Würfel einsammeln.
Auch nach Munitionskisten solltet Ihr Ausschau halten. Sollten Euch dennoch die Kugeln ausgehen, könnt Ihr auch Nahkampfattacken austeilen.

Darüber hinaus verfügt jeder Transformer über individuelle Spezialfähigkeiten. Während sich Optimus Prime die Luftschläge von Metroplex zu Nutze machen kann, wird Cliffjumper unsichtbar und Jazz kann einen Greifhaken benutzen, welcher ihn nicht nur auf höhere Ebenen befördert, sondern auch noch dazu dient, Wege im Level freizuräumen oder Gegner durch die Luft wirbeln zu lassen.

Ein Untergang zwar, aber wenigstens ein hübscher

Was sich im Vorgänger bereits bemerkbar gemacht hat, wir hier noch deutlicher: Die Welt von Cybertron sieht unfassbar gut aus. Dabei wurde gegenüber dem Vorgänger die Farbpalette deutlich erweitert. Die Farben wirken insgesamt wärmer und überall gibt es leuchtende Neon-Röhren.
Auch die Umgebungen hat man erweitert, so gibt es, neben der Hauptstadt Iacon, eine alte Tempelruine, finstere Labore und unterirdische Höhlen zu erkunden.
Alles wirkt sehr stimmig und glaubwürdig für eine Welt, auf der riesige Maschinenwesen ihr Unwesen treiben.
Die Inszenierung ist dabei eine echte Wucht. Ständig passiert irgendwas um einen herum, und das Tempo des Spiels wurde dabei sehr hoch gehalten, ohne den Spieler durch Dauerfeuer zu ermüden. Viele tolle Momente reihen sich aneinander, sodass man sich schon auf den nächsten freut und sich fragt, was sich die Entwickler noch alles haben einfallen lassen.
Auch die Zwischensequenzen in Spielgrafik sehen hervorragend aus, fügen sich nahtlos in das Spielgeschehen ein und sind super geschnitten.
Als kleinen Wehrmutstropfen gibt es gelegentliche Ruckler bei extrem hohem Gegneraufkommen und gelegentliches Kantenflimmern zu bemängeln. Beides fällt allerdings während der Action kaum auf und fällt demnach so gut wie nicht negativ ins Gewicht.

Ebenfalls klasse ist die akustische Untermalung. Das beginnt beim hervorragenden Soundtrack, der einmal mehr beweist, dass sich die Kompositionen für Videospiele keinesfalls hinter denen von AAA-Hollywood-Blockbustern verstecken müssen. Speziell in den Zwischensequenzen trumpft der Soundtrack ganz groß auf und lässt Euch das eine oder andere Mal eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Das absolute Sahnehäubchen ist aber die Vertonung der Transformers. Bereits der Vorgänger bot eine großartige Synchronisation, sofern man die Konsole auf Englisch gestellt hat.
Erneut wurde Peter Cullen als Optimus Prime verpflichtet, der diesen bereits in der klassischen Zeichentrickserie und den Hollywood-Filmen vertonte. Dabei erweist sich Cullen wiedereinmal als DIE perfekte Wahl für den Anführer der Autobots, um die Ehre, das Mitgefühl, aber auch den Zorn des letzten Primes zu transportieren.
Daneben finden sich noch Gregg Berger als Grimlock, der diese Rolle bereits in der TV-Serie inne hatte, Fred Tatasciore als Megatron, der bereits im Vorgänger den Anführer der Decepticons sprach, sowie Nolan North, der als Originalstimme von Nathan Drake im Gehör sein sollte.
Abgerundet wird die großartige Akustik durch wuchtige Soundeffekte, inklusive bekannter Transformierungsgeräusche.

An dieser Stelle soll das Design der Transformers nicht unerwähnt bleiben. Dieses liegt deutlich näher am ikonischen Aussehen der 80er Jahre Zeichentrickserie, als die Versionen aus den Realfilmen und lässt daher auch keine Zweifel aufkommen, mit welchem Roboter man es zu tun hat. Auch die Animationen bei der Transformierung sind eine wahre Augenweide. Egal ob im Stillstand oder aus der Bewegung heraus, stets sehen die Verwandlungen einfach klasse aus.

Multiplayer ja, Koop nein

Wie der Vorgänger bietet auch Untergang von Cybertron einen Multiplayer-Modus, allerdings verzichtete man diesmal auf einen Koop-Modus.
Im Multiplayer habt Ihr die Wahl aus vier verschiedenen Klassen und könnt Euch aus einer Vielzahl von Bauteilen Euren persönlichen Transformer zusammenbauen. Mit entsprechenden DLCs sind sogar die original Designs der Serie möglich.
Angespielt habe ich den Multiplayer-Modus jedoch nicht, ich habe mich auf die Singleplayer-Kampagne beschränkt.

FAZIT

Was für eine Wucht! Wenn ich gewusst hätte, was für ein Brett mich mit Untergang von Cybertron erwartet, hätte ich es direkt zum Release gespielt, anstatt es ein halbes Jahr im Schrank versauern zu lassen und das Spiel hätte es definitv in meine persönliche Top 10 des letztens Jahres geschafft!
Auch wenn mir Kampf um Cybertron bereits gut gefiel, so setzt der Nachfolger doch in allen Belangen eins drauf! Man hat bei den High Moon Studios definitv aus der Kritik am Vorgänger gelernt und ein rundum runderes und gelungeneres Singleplayer-Erlebnis dabei hervor gebracht.
Es treibt einen dabei fast die Freudentränen in die Augen, einige der Helden der Kindheit in Aktion zu erleben, ohne das dabei die Erinnerungen zerstört werden.
Ob ich nun als ehrenhafter Optimus Prime versuche, die verbliebenen Autobots zu retten, ob ich als riesiger Bruticus ganze Heerscharen von Autobots platt mache oder ob ich als Grimlock wie ein Wahnsinniger durch Horden von Insecticons wüte, es macht einfach unglaublichen Spaß!
Es mag sicherlich von Vorteil sein, ein Fan der "alten" Transformers zu sein, doch ich denke nicht, dass es zwingend notwendig ist, um Spaß mit diesem Spiel zu haben.
Transformers: Untergang von Cybertron bietet große Action, tolle Momente, eine Soundkulisse, die über absolut jeden Zweifel erhaben ist, und wohl eines der am Besten inszenierten Enden der letzten Jahre!
Danke für dieses tolle Stück Software und für den Respekt der Lizenz und den Fans gegenüber!

Meine Wertung: 9 von 10 Punkten

Pro/Contra

+ klassisches Transformers-Design
+ tolle Grafik
+ großartiger Soundtrack
+ hervorragende englische Sprecher
+ unglaubliche Inszenierung
+ coole Transformierungsanimationen
+ Dinobots! Metroplex! Bruticus!

- Grafik neigt zu Rucklern und Flimmern
- sehr linear

 

 

Quelle: 
Captain Hammer, Bilder: G4TV, Video: Machinima

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Kommentare

Bild von Piepmatz

Was schreibt ihr alle so

Was schreibt ihr alle so lange Reviews? Meine Tests waren vielleicht ein Drittel so lang... XD

Bild von PeydaLass

Piepmatz wrote:Was schreibt

Piepmatz wrote:
Was schreibt ihr alle so lange Reviews? Meine Tests waren vielleicht ein Drittel so lang... XD

Solange die Reviews gut geschrieben sind und in jedem Leser das Verlangen wecken selbst herauszufinden, wieso der Reviewer zu dem Ergebnis gekommen ist, ist die Länge des Reviews doch ziemlich egal, oder?

Toll geschrieben ist der Review auf alle Fälle, außerdem hab ich grad ein wenig Lust bekommen ein paar Decepticons aufzumischen, mal sehen... Vielleicht leg ich mir das Spiel ja demnächst mal zu!

Bild von Piepmatz

Ich habe ja gar nicht

Ich habe ja gar nicht gewertet, ich habe mich nur gewundert. ;)

Bild von Vio

Toller Test!!!

Toller Test!!!